Hannover Zeitung - Aktuelle Nachrichten aus Hannover und Umland

Facebook Twitter Delicious Google Bookmarks RSS Feed 

Ministerin Grotelüschen lebt in der Parallelwelt der Massentierhaltungsindustrie

Hannover - Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Christian Meyer hat die Kritik des Verbandes der Geflügelwirtschaft an der Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover zu gravierenden Missständen in der Hühnermast als "unsachlich, unfair und grotesk" bezeichnet. Es seien keine Argumente genannt worden, um die umfangreichen Ergebnisse des nicht als Massentierhaltungskritiker geltenden Professors Hartung zu bezweifeln, sagte der Grünen-Politiker am Dienstag (heute) in Hannover. In der Studie werde der klare Zusammenhang zwischen Besatzdichte und Erkrankungen beziehungsweise Todesfällen belegt und es würden konkrete Vorschläge zur Verbesserung bei Haltung, Einstreu und Tierdichte gemacht.

Die jetzige Form der Hühnerhaltung mit 25 Tieren pro Quadratmeter sei nicht artgerecht und führe zu schweren Krankheiten der Tiere. Auch sehe die Realität mit mangelnden Kontrollen, Fangkolonnen, Preisdruck und Niedriglöhnen wahrscheinlich sogar noch schlimmer aus, als die schon verheerenden Ergebnisse im Versuchsgut. Dass der Verband jetzt die überfällige Veröffentlichung der Expertenstudie als "grob fahrlässig" kritisiere, spreche für sich, sagte der Grünen-Politiker. "Die Agrarindustrie reagiert wie ein ertappter Dieb." Zusammen mit der Ministerin versuche die Geflügelwirtschaft alles, um diese Billigfleischproduktion zu leugnen, zu verharmlosen und zu vertuschen.

"Ministerin Grotelüschen lebt weiterhin in der Parallelwelt der Massentierhaltungsindustrie", sagte Meyer. Der Grünen-Politiker forderte konkrete Verbesserungen bei der Tierhaltung, ein Verbot des Schnabelkürzens und ein Ende der Subventionen für die Massentierhaltung. "Unsere Vorschläge für eine artgerechte Tierhaltung liegen seit langem auf dem Tisch." Am Freitag dieser Woche wird der grüne Initiativantrag erstmals in öffentlicher Anhörung mit einer Vielzahl von Tierschützern, unabhängigen Experten und Lobbyvertretern der Geflügelwirtschaft im Agrarausschuss des Landtags beraten.

Bündnis90/DIE GRÜNEN

Kommentare  

 
0 # Pater Brown 2010-12-15 11:33
Die Damen und Herren reagieren nicht wie ertappte Diebe, sondern sind darüber hinaus chronische Lügner und Tierquäler. Wie kann es nur sein, dass ein Ministerpräside nt nicht den Mumm hat, solchen Falschspielern endlich das Handwerk zu legen? Herr McAllister, handeln Sie endlich und reparieren Sie den Schaden, den Ihr Vorgänger Wulff mit der Berufung dieser alle Probleme weglächelnden selbsternannten "Putenqueen" (der Name sagt alles über ihre Einstellung) angerichtet hat. Sie ist untragbar. Schicken Sie sie endlich wieder zurück in die Massentierhaltu ngshölle. Es ist höchste Zeit.
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren
 
 
0 # Seh-Gurke 2010-12-15 22:35
Wieso eigentlich? Frau Grotelüschen führt doch wunderbar aller Welt vor, was sie und ihre Partei so unterstützen ... Damit die Bürger weiterhin mit der Nase drauf gestoßen werden, ist es doch sinnvoll, dass sie bleibt :)
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren
 
 
0 # Antonietta 2010-12-16 08:30
Größer - schneller - billiger:
Unter diesem Motto der Agrarindustrie leiden heute rund 150 Mill. Nutztiere in deutschen Ställen. Ob Schwein, Rind, oder Legehenne, ob Pute, Kaninchen oder Ente - sie werden verstümmelt, in enge Ställe oder Käfige gepfercht und mit Medikamenten vollgepumpt. Auf der Strecke bleiben nicht nur das Wohl der Tiere und ihre artgemäße Haltung, sondern auch Qualität, Geschmack und die gesundheitliche Unbedenklichkei t der Produkte.
Mediziner warnen seit Jahren die Verbraucher vor Medikamentenanr eicherungen in Fleisch, Milchprodukten und Eiern. Es gilt als gesichert, daß Antibiotikaanre icherungen im Fleisch, speziell im Schweinefleisch , die Hauptursache für die hochbrisante Antibiotikaresi stenz beim Menschen sind. Immer mehr Menschen sprechen selbst auf hohe Antibiotikadose n nicht mehr an.
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren
 

Sie sind hier: Regional Ministerin Grotelüschen lebt in der Parallelwelt der Massentierhaltungsindustrie