"Wenn es Sicherheitsrisiken gibt, ist das ein Grund mehr, alle noch in Deutschland lagernden taktischen Atomwaffen abzuziehen", sagte Westerwelle der der "Berliner Zeitung" weiter. Der Abzug könne auch ein Signal sein für neue Abrüstungsbemühungen in Europa. Die Amerikanische Wissenschafts-Vereinigung FAS hatte am Samstag einen internen Bericht der US-Luftwaffe veröffentlicht, wonach die US-Atomwaffen in Europa nur unzureichend gesichert sind.
Der Fraktionschef der Linken, Gregor Gysi, sagte der Zeitung: "Wenn die Bundesregierung ein Kreuz hätte, würde sie unverzüglich von den USA den Abzug der Atomwaffen - möglichst unter deren Verschrottung - verlangen." Damit wären Deutschland und Europa sicherer. Die Mängel bei der Lagerung der Atombomben zeigten: "Mit Atomwaffen gibt es keine Sicherheit."
Auch in Teilen der Großen Koalition fanden diese Forderungen Unterstützung. Der SPD-Außenpolitiker Niels Annen sagte der "Berliner Zeitung", der Abzug der US-Atomwaffen wäre ein riesiger Schritt, um bei der nuklearen Abrüstung voranzukommen.
Die Unionsfraktion will hingegen an der atomaren Abschreckungsstrategie festhalten. Die Waffen müssten selbstverständlich nach den höchsten Sicherheitsstandards gelagert werden, sagte der außenpolitische Sprecher der Fraktion, Eckart von Klaeden, der Blatt. "Wir können aber nicht auf sie verzichten, solange es Nuklearwaffen auf der Welt gibt. Sie schützen auch uns." Die nukleare Teilhabe müsse Bestandteil der deutschen Sicherheitspolitik bleiben. "Wir müssen uns auch davor wappnen, dass uns zum Beispiel ein Land wie der Iran in Zukunft zu Geiseln nimmt."

















