Der Sprecher des Verteidigungsministeriums betonte, wenn der Einsatz eines Kampfverbandes erfolge, werde dies im Rahmen des ISAF-Mandates geschehen. Die Entscheidung der NATO über den Ersatz für die Norweger werde gegen Ende des Monats fallen, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm.
Laut einem Sprecher des Verteidigungsministeriums geht es um 240 Soldaten, die verschiedene Fähigkeiten wie den Begleitschutz von Konvois oder Hilfe für befreundete Nationen und Personen stellen sollten.
Arnold sagte der "Passauer Neuen Presse", bisher seien im nordafghanischen Masar-i-Scharif nur "Stabilisierungstruppen", aber keine "Kampfverbände" stationiert. Diese Kampfverbände unterschieden sich durch Ausrüstung, Ausbildung und Auftrag und könnten "auch zur Jagd von Terroristen" eingesetzt werden. Der Verband soll laut Arnold die schnelle Eingreiftruppe (QRF) mit rund 350 norwegischen Soldaten ersetzen, die im deutschen Verantwortungsbereich im Norden stationiert ist.
Die Auslandseinsätze der Bundeswehr litten von der Basis bis zur Militärspitze unter unsachgemäßer Führung, berichtet die Wochenzeitung "Die Zeit" unter Berufung auf ein internes Gutachten des Verteidigungsministeriums. Eine Expertengruppe aus hochrangigen ehemaligen Generälen habe eine Vielzahl gravierender Organisationsmängel geschildert. Zudem operiere die Elite-Einheit Kommando Spezialkräfte (KSK) weitgehend an der Einsatzzentrale in Potsdam vorbei.
Der frühere Bundeswehr-Generalinspekteur Klaus Naumann kritisierte den deutschen Afghanistan-Einsatz scharf. Die Bundesregierung müsse das Mandat für die derzeit rund 3200 Soldaten auch auf den umkämpften Süden des Landes ausweiten, forderte Naumann am Abend bei einem Vortrag zur Zukunft der NATO in Brüssel: "Die Pflicht endet nicht in bestimmten Regionen." Deutschland müsse entscheiden, "ob es ein verlässlicher Bündnispartner sein will. Wir können uns nicht hinter unserer Geschichte verstecken."


















