 Audi A4 Avant Als schönsten Kombi seiner Klasse bezeichnet Audi seinen neuen A4 Avant. Was nach übertriebenem Selbstbewusstsein und Marktschreierei klingt, dürfte aller Individualität in Geschmacksfragen zum Trotz auf wenig Gegenrede stoßen. Doch der mit 1470 Kilo zehn Prozent leichter gewordene neue A4 Avant ist nicht nur ansehnlich, sondern auch funktional. Durch die wie bei der Limousine um 15 Zentimeter nach vorne geschobene Fünflenker-Vorderachse legte der Radstand deutlich zu. Das führt zu einer besseren Verteilung der Achslasten und höherer Agilität beim Fahrverhalten. Zudem schafft es mehr Raum für die Passagiere und das Gepäckabteil. Groß gewachsene Menschen sitzen nun auch im Fond komfortabel. Lediglich der Mittelplatz ist wegen des hohen Kardantunnels vor allem bei Langstrecken nicht empfehlenswert. Der Stauraum wurde um 50 Liter auf 490 Liter erhöht und kann durch Umklappen der Lehnen auf 1430 Liter erweitert werden. Clever sind etliche Details: Ein Wendeladeboden etwa, auf dessen glatter Seite man schmutzige Schuhe oder dergleichen abstellen kann. Oder ein Abdeckrollo, das mit der sich öffnenden Heckklappe hochfährt.
Die Ausstattung des Innenraums wurde von der Limousine übernommen. Und das heißt bei dem Premium-Kombi übersichtliche, klassische Rundinstrumente, ergonomisch angeordnete, weitestgehend selbst erklärende Bedienschalter und gut verarbeitete, wertige Materialien. Das straff gepolsterte Gestühl ist komfortabel und gibt guten Seitenhalt. Zahlreiche, ausreichend große Ablagemöglichkeiten unterstreichen die Funktionalität. Beim Verkaufsstart Ende April stehen zunächst fünf Otto- und Dieselmotoren zur Verfügung. Alles Direkteinspritzer und - mit Ausnahme des 3,2-Liter-V6-Saugmotors - Turbo-Triebwerke, wodurch der Verbrauch um durchschnittlich zehn Prozent gegenüber den Vorgängern gesenkt werden konnte. Fünf weitere Aggregate folgen bis Jahresende, womit dann ein Leistungsspektrum von 120 PS (88 kW) bis 265 PS (195 kW) abgedeckt ist. Nach ersten Fahreindrücken beeindruckte vor allem der 2,0-Liter-Common-Rail-Dieselmotor (143 PS) mit einem maximalen Drehmoment von 320 Newtonmeter, was bereits ab 1750 Umdrehungen anliegt. Durchzugskräftig über fast den gesamten Drehzahlbereich erwies sich der Avant nicht nur auf geraden Strecken als angenehmer Gleiter, sondern ebenso als Kurvenkünstler. Und dies nicht nur mit der aufpreispflichtigen Kombination des Fahrdynamiksystems Audi drive mit dynamischer Lenkung und adaptivem Dämpfersystem, sondern auch mit der Standardausführung. Ein gut auf den Motor abgestimmtes Sechsgang-Getriebe und die direkte, guten Straßenkontakt vermittelnde Lenkung tragen zum Fahrspaß ebenso bei wie der Blick auf die Verbrauchsanzeige: 6,5 Liter trotz zügigen Tempos sind ein bemerkenswert niedriger Wert. Die Serienausstattung ist mit unter anderem sechs Airbags, ESP, elektronischer Differenzialsperre, Klimaautomatik, CD-Radio, Bordcomputer, Nebelscheinwerfer und elektrischen Fensterhebern rundum schon umfangreich. Die Liste der Extras einschließlich zahlreicher Assistenzsysteme und Komfort-Features allerdings ebenfalls: So lassen sich die Einstiegspreise von 30 600 Euro (1,8-Liter Benziner/160 PS) und 32 050 Euro (2,0-Liter-Diesel/143 PS) fast beliebig nach oben steigern. Kann man, muss man aber nicht. Denn schon die Basis-Ausführungen des neuen Audi A4 Avant sind bereits attraktive Angebote. Die Verkaufszahlen dürften es beweisen. (ddp) 
Benutzerkommentare (0)
|
|
|