 Peugeot 4007 Gut Ding braucht Weil, meint der Volksmund. Doch es darf vermutet werden, dass Peugeots Manager schlicht übersehen haben, welcher neue Markt sich da vor gut zehn Jahren auftat. Wie anders wäre erklärbar, dass der französische Hersteller erst jetzt im boomenden Markt der SUV (Sport Utility Vehicles) mit einem eigenen Modell angetreten ist. Nicht nur bei der Motorenausstattung, auch optisch beschritten Peugeots Entwickler eigene Wege und stellten beispielsweise mit einer sehr dominant wirkenden Frontpartie die Familienzugehörigkeit unmissverständlich klar. Während der wuchtige Kühlergrill mit den mandelförmigen, weit nach hinten gezogenen Scheinwerfern auf zwiespältige Urteile trifft, zeigen sich die Seitenlinien und die Heckpartie eher geschmackskompatibel und ansehnlich gestaltet. Die Karosserie präsentiert sich routiniert verarbeitet.
Der positive Eindruck setzt sich im Innenraum fort. Trotz der vielen großen Kunststoff-Flächen wirkt das 4007-Interieur nicht langweilig. Zierblenden in Alu-Optik lockern das Cockpit auf, auch hier hinterlässt die Verarbeitung einen hochwertigen Eindruck. Ein sportlich-luxuriöses Ambiente umgibt Fahrer wie Beifahrer. Alle Schalter rasten mit einem satten Klick ein. Insgesamt ist der 4007 recht bedienungsfreundlich und die Gebrauchsanweisung kann zumeist im Handschuhfach bleiben. Allerdings dürften die Rundinstrumente nachts besser lesbar sein und auch bei der Rückfahrkamera hapert es unter schwierigen Lichtverhältnissen mit der Bild-Erkennbarkeit. Das installierte Radio bot im Test zwar einen fulminanten Sound, sucht aber permanent neue Sender. Der Fahrersitz ist vielfach elektrisch einstellbar. Das Lenkrad lässt sich in der Höhe, nicht jedoch in der Reichweite verstellen. Gleichwohl findet der Fahrer in den meisten Fällen einen angenehmen Arbeitsplatz vor. Das Raumangebot ist vorn wie hinten sehr großzügig. Praktisch ist der variable Innenraum. Die Rücksitze lassen sich nach vorn und hinten verschieben. Praktisch ist auch die Heckklappe. Sie ist zweigeteilt: Die untere Hälfte klappt nach unten, dient als verlängerte Ladekante und ist mit 200 Kilogramm belastbar. Die obere Hälfte schwingt nach oben wie bei einem normalen Kombi. Dafür vermisst man eine rutschfeste Auskleidung des Kofferraumbodens sowie Ablagen für kleinere Gepäckstücke. Griffgerecht zwischen den Vordersitzen sitzt der Wahldrehschalter für den Allradbetrieb. Mit seiner Hilfe stehen drei Antriebsmodi zur Wahl: reiner Frontantrieb für trockene Fahrbahn, Allradantrieb mit variabler Kraftverteilung auf Vorder- und Hinterachse (bis maximal 55 Prozent auf die Hinterachse) und Allradantrieb mit Differenzialsperre. Bei dieser Einstellung wird im Vergleich mit dem 4WD-Modus mehr Kraft an die Hinterachse geleitet. Sie ist ideal zum Anfahren im Sand, bei Schnee, Eis oder Matsch. Mehr als leichtes Gelände sollte man dem Peugeot aber nicht zumuten. Das grundsätzlich straff ausgelegte Fahrwerk zeigt sich weitgehend ausgewogen sowie ausreichend komfortabel. Kurze wie lange Fahrbahnwellen werden gut pariert. Gröbere Fahrbahnenebenheiten bekommen die Insassen in Form von Stößen allerdings deutlich zu spüren. Komfortmindernd sind zudem die ausgeprägten Wind- und Fahrgeräusche jenseits von 130 km/h. Mit dem Diesel zeigt sich der schwere Wagen insgesamt gut motorisiert. Dank üppigem Drehmoment, das bereits kurz oberhalb der Leerlaufdrehzahl anliegt, ist schaltfaules Fahren angesagt, obgleich das Getriebe präzise geführt und gut abgestimmt Schaltspaß bereitet. Die Lenkung hingegen ist nicht frei von Antriebseinflüssen und bei starkem Beschleunigen bedarf sie einer kräftigen Hand, weil sie sich nicht mehr ausreichend zurückstellt. Der Peugeot 4007 zerstreut Argwohn hinsichtlich seines Ursprungs auf angenehme Weise und wird den Ansprüchen, die Peugeots Kunden stellen, durchaus gerecht. Zwar ist der Preis recht hoch, doch das dafür gebotene Ausstattungsniveau ebenfalls. Zudem erfreut der 4007 an der Tankstelle, wo er sich selbst im Kreis vergleichbarer Diesel mit zurückhaltendem Verbrauch profiliert. (ddp)
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