Am ersten Besuchertag der Computermesse CeBIT in Hannover fuhren zwischen 3.00 und 7.00 Uhr keine Busse und Stadtbahnen. "Wir haben Rücksicht auf die Messe genommen und nur vier Stunden gestreikt", sagte ein Gewerkschaftssprecher. Allein in Niedersachsen und Bremen traten laut Verdi 20.000 Beschäftigte in den Ausstand. Viele von ihnen reisten in 350 Bussen zu der Kundgebung nach Hannover. Bsirske betonte, die 1,3 Millionen Beschäftigten des Bundes und der Kommunen hätten ein Recht auf deutlich höhere Gehälter. "Bessern Sie Ihr Angebot nach", verlangte der Gewerkschaftschef von den Arbeitgebern.
Zu Warnstreiks kam es unter anderem auch in Leipzig oder Ulm. Dort streikten Mitarbeiter der Müllentsorgung, der Stadtverwaltung oder der Verkehrsbetriebe. In Thüringen legten laut Verdi 1200 Beschäftigte in Erfurt, Jena und Gotha die Arbeit nieder. In Mecklenburg-Vorpommern ruhte die Arbeit in Rostocker und Stralsunder Verwaltungen. In Berlin beteiligten sich Mitarbeiter der Stadtreinigung und der Wasserbetriebe an Warnstreiks.
Für Mittwoch kündigte Verdi unter anderem Warnstreiks an Flughäfen in Nordrhein-Westfalen an. Auch am größten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main könnte es vorübergehende Arbeitsniederlegungen geben. In Berlin beginnt am Mittwoch zudem ein unbefristeter Streik im öffentlichen Nahverkehr. Betroffen sind Busse, Straßen- und U-Bahnen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), jedoch nicht die S-Bahn.
Am Donnerstag startet in Potsdam die fünfte und vorerst letzte Verhandlungsrunde im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen. Bisher gab es keine Annäherung zwischen den Tarifpartnern. Verdi und andere Gewerkschaften verlangen für die Beschäftigten des Bundes und der Kommunen eine Lohnanhebung um acht Prozent, wenigstens aber 200 Euro mehr im Monat.

















