Die Konjunkturaussichten für Deutschland und den gesamten Euroraum haben sich wegen der gravierenden Probleme im Zusammenhang mit der Schuldenkrise in Europa erneut eingetrübt. Diese Entwicklung verläuft spürbar unterhalb der Erwartungen, die der am 15. Mai 2012 veröffentlichten Ergebnisprognose des Salzgitter-Konzerns zugrunde lagen. Vor diesem Hintergrund haben zahlreiche Stahlverarbeiter und lagerhaltende Stahlhändler eine Stagnation ihrer Geschäftstätigkeit antizipiert; sie nehmen nach Ergänzung ihrer Lagerbestände im ersten Quartal nunmehr eine abwartende Haltung ein. Dies hat sich spürbar negativ auf die Walzstahlnachfrage ausgewirkt. Dringend notwendige Preisanhebungen zum Ausgleich auch wechselkursbedingt konstant hoher Rohstoffkosten erscheinen erst im dritten Quartal 2012 möglich.
Auf dieser Basis kann für den Unternehmensbereich Stahl des Salzgitter-Konzerns ein ausgeglichenes Jahresergebnis nicht mehr erwartet werden. Allerdings ist es bei anhaltend guter Auslandsnachfrage nach deutschen Industriegütern -nicht zuletzt wegen der gegenwärtig moderaten Walzstahl-Lagerbestände- denkbar, dass sich der Stahlmarkt im Spätsommer wiederbelebt. Die übrigen Unternehmensbereiche Röhren, Handel, Dienstleistungen und Technologie entwickeln sich hingegen auf dem Kurs der im Mai veröffentlichten Segment-Prognosen.
Für den Salzgitter-Konzern rechnen wir nach wie vor mit einem mindestens stabilen Umsatz sowie einem positiven Ergebnis vor Steuern. Dieses dürfte sich im unteren bis mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich bewegen. Wie schon in den vergangenen Jahren weisen wir darauf hin, dass Chancen und Risiken aus aktuell nicht absehbaren Erlös-, Vormaterialpreis- und Beschäftigungsentwicklungen sowie Veränderungen von Währungsparitäten den Verlauf des Geschäftsjahres 2012 erheblich beeinflussen können. Die hieraus resultierende Schwankungsbreite des Konzernergebnisses vor Steuern kann ein beträchtliches Ausmaß sowohl in negativer als auch positiver Richtung annehmen.
(wts)