Minister Bischoff würdigte die Arbeit der Fach- und Beratungsstelle. Der Minister sagte: „Das Beraterinnen-Team von „Vera“ leistet einen unverzichtbaren Beitrag im Kampf gegen Menschenhandel, Zwangsprostitution und
AWO-Landesgeschäftsführer Wolfgang Schuth betonte: „Frauenhandel und Zwangsehe sind schwierige, traurige, gleichzeitig aber auch Wut und Entsetzen auslösende Themen. Sie gehören zu den erschreckendsten Formen der Menschenrechtsverletzung. Jeder Mensch hat seine Würde und besitzt Rechte. Es liegt an den Prinzipien der solidarischen Gemeinschaft, uns für diejenigen einzusetzen, die sich gegen Verletzung ihrer Rechte und persönlicher Integrität nicht wehren können. Wir dürfen nicht wegschauen und tragen alle Verantwortung. Vera hat in den zurückliegenden zehn Jahren die Klientinnen stetig und souverän begleiten können, immer wieder mussten wir aber auch bangen, ob die Arbeit für und mit den betroffenen Frauen im nötigen Umfang weiter ermöglicht wird. Der Erfolg unserer Arbeit ist im Interesse der Betroffenen nur schwer darzustellen.“
Seit zehn Jahren berät und begleitet das multikulturelle Team der Fachstelle “Vera“ Betroffene von Frauenhandel. Es ist in dieser Form die einzige Beratungsstelle in Sachsen-Anhalt, die speziell von Menschenhandel und Zwangsverheiratung betroffenen Frauen hilft. Rund 300 Frauen wurden bislang betreut, für 90 wurde ein langfristiges Begleitungsangebot umgesetzt.
Über Unterstützung und Schutz hinaus helfen die Sozialpädagoginnen bei sozial- und aufenthaltsrechtlichen Fragen. Wenn Frauen den Mut aufbringen und im Gerichtsverfahren gegen ihre Peiniger aussagen, so übernimmt „Vera“ die Begleitung der Zeuginnen bis zur Beendigung des Strafverfahrens. Seit dem Vorjahr bietet „Vera“ auch professionelle Hilfe für Betroffene von Zwangsheirat und Zwangsehe an und unterstützt Frauen, die „im Namen der Ehre“ Gewalt erfahren.
"Vera" organisiert zudem die Zusammenarbeit mit Ausländerbehörden, der Polizei und Justiz sowie mit Rechtsanwältinnen, mit Gesundheits- und Sozialämtern sowie mit Psychologinnen. Zugleich werden Kontakte in das jeweilige Heimatland der Frauen geknüpft. Darüber hinaus hat sich "Vera" die Präventionsarbeit auf ihre Fahnen geschrieben. Mit Vorträgen über Frauenhandel soll die Bevölkerung informiert und aufgeklärt werden.
Der Name "Vera" steht im Russischen für Glaube und Vertrauen.
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